Übersicht Block Störmeldungen

Der Baustein sammelt die Störmeldungen des ganzen Projektes an einer Stelle. Viele Geräte melden einen Fehler bereits über eine eigene Adresse, etwa Temperatursensoren, Wetterstationen, Aktoren oder Pumpen. Diese Adressen werden hier in einer Liste zusammengefasst; daraus entstehen eine Sammelstörung, ein eigener Ausgang je Klasse und eine Meldung.

Eine Störung ist speichernd: sie bleibt auch dann sichtbar, wenn die Ursache schon wieder weg ist, bis jemand sie im Bedienelement quittiert. So geht eine kurze Störung in der Nacht nicht verloren. Für einzelne Zeilen lässt sich das abschalten („Selbstrücksetzend").

Jede Störung durchläuft diese Zustände:
  • OK – keine Störung.
  • Störung – die Störung steht an und ist noch nicht quittiert.
  • Störung quittiert – die Störung steht noch an, wurde aber schon zur Kenntnis genommen. Geht sie, wird die Zeile ohne weiteres Quittieren wieder OK.
  • Gegangen, unquittiert – die Störung ist weg, wurde aber noch nicht quittiert. Erst das Quittieren setzt die Zeile auf OK.
Jede Zeile gehört einer Klasse an: Alarm, Warnung oder Hinweis. Alle drei zählen zur Sammelstörung, haben aber einen eigenen Ausgang. Vor allem bestimmt die Klasse, ob und wann eine Push-Nachricht oder eine Mail hinausgeht: Push und Mail werden je Klasse eingestellt, und je Klasse gibt es einen Eingang, der die Benachrichtigung freigibt. So geht ein Alarm sofort aufs Telefon, eine Warnung nur tagsüber (Freigabe an eine Schaltuhr) und ein Hinweis steht nur in der Liste.

Kommen, Gehen und Quittieren werden mit Uhrzeit im Protokoll festgehalten. Zustand und Protokoll überstehen einen Neustart der Steuerung.

Beim Start übernimmt der Baustein den Anfangszustand aus den Adressen des Projektes; jede weitere Änderung erreicht ihn über die Telegramme. Er fordert selbst nichts zum Lesen an – ist der Zustand einer Busadresse beim Start noch nicht bekannt, setzen Sie an der Adresse „beim Start lesen" oder verwenden Sie den Baustein „KNX lesen Trigger". Störungen, die in den ersten 10 Sekunden nach dem Start kommen, werden erst danach als Nachricht verschickt.

Das passende Bedienelement ist Block Störmeldungen. Es zeigt die Liste der Störungen und das Protokoll, dort wird auch quittiert. Es muss mit diesem Funktionsbaustein verknüpft werden.

Eingänge

QI
Quittieren Zeile
Über diesen Eingang quittiert das Bedienelement. Der Wert 1 quittiert die erste Zeile der Liste, 2 die zweite usw., 255 (oder mehr) quittiert alle. Jedes Schreibtelegramm wirkt, auch wenn es denselben Wert wie zuvor bringt; der Wert muss nicht zurückgesetzt werden. 0 bewirkt nichts.

Nicht verknüpft: das Bedienelement kann nicht quittieren und speichernde Störungen bleiben stehen. Die Adresse wird mit „Adressen erzeugen" am Baustein angelegt.
FA
Freigabe Benachrichtigung Alarm
Gibt Push und Mail der Klasse Alarm frei: ungleich 0 gibt frei, 0 sperrt. Eine Störung wird auch bei gesperrter Klasse erkannt, angezeigt und protokolliert – nur die Nachricht bleibt aus. Je nach Einstellung „Gesperrter Alarm" wird sie nachgeholt, sobald wieder freigegeben ist.

Optional. Nicht verknüpft: die Klasse ist immer freigegeben.
FW
Freigabe Benachrichtigung Warnung
Dasselbe für die Klasse Warnung.
FH
Freigabe Benachrichtigung Hinweis
Dasselbe für die Klasse Hinweis.

Ausgänge

SS
Sammelstörung
1, solange mindestens eine Zeile nicht OK ist – also eine Störung ansteht oder noch nicht quittiert wurde.
AL
Alarm
Wie SS, aber nur für Zeilen der Klasse „Alarm".
WA
Warnung
Wie SS, aber nur für Zeilen der Klasse „Warnung".
HI
Hinweis
Wie SS, aber nur für Zeilen der Klasse „Hinweis".
AN
Anzahl aktiv
Anzahl der Störungen, die gerade anstehen.
UQ
Anzahl unquittiert
Anzahl der Störungen, die noch nicht quittiert wurden, gleich ob sie noch anstehen oder schon gegangen sind.
NE
Neue Störung
Impuls von 2 Sekunden, sobald eine Störung kommt, z.B. für einen Summer.
ME
Meldung
1, solange eine unquittierte Störung vorhanden ist. Der Ausgang wird üblicherweise als Auslöser einer Meldung in der Meldezentrale eingetragen.
TX
Text letzte Störung
Raum und Name der zuletzt gekommenen Störung, z.B. „Bad - Temperatursensor". Die Adresse fasst 14 Zeichen, längere Texte werden abgeschnitten.
ST
Status
Statusnummer für die Visualisierung. Die Zahl ist die Summe der zutreffenden Zustände: 1 = eine Störung steht an, 2 = eine Störung ist unquittiert, 4 = ein Alarm ist nicht OK, 8 = eine Warnung ist nicht OK, 16 = eine Zeile hat keine gültige Adresse, 32 = ein Hinweis ist nicht OK.

Parameter

Störmeldungen
Öffnet den Dialog mit der Liste der Störmeldungen. Der Aufbau ist weiter unten unter „Störmeldungsliste" beschrieben.
Größe Protokoll
Anzahl der Einträge im Protokoll, höchstens 500. Ist das Protokoll voll, fällt der älteste Eintrag heraus.
Push Alarm
Push Warnung
Push Hinweis
Eingeschaltet schickt die Steuerung bei jeder neuen Störung dieser Klasse eine Benachrichtigung an alle angemeldeten uni-PRO APPs. Der Betreff ist der Kommentar des Bausteins (ohne Kommentar der „Text Titel"), der Text nennt Klasse, Raum und Name.

Im Bedienelement kann der Anwender alle Benachrichtigungen des Bausteins stummschalten; das gilt dann auch für die Mail.
Mail Alarm
Mail Warnung
Mail Hinweis
Eingeschaltet wird bei jeder neuen Störung dieser Klasse eine Mail an die angegebene Adresse geschickt. Der Mailversand muss in der Steuerung eingerichtet sein.
Adresse
Empfänger der Mail, für alle Klassen gemeinsam. Nur sichtbar, wenn eine der drei Klassen eine Mail schicken soll.
Betreff
Betreff der Mail. Leer wird der „Text Titel" verwendet.
Gesperrter Alarm
Gesperrte Warnung
Gesperrter Hinweis
Was mit einer Benachrichtigung geschieht, solange die Klasse über ihren Eingang gesperrt ist oder das Bedienelement stummgeschaltet hat:
  • Nachholen, sobald freigegeben: Die Störung wird vorgemerkt. Mit der Freigabe geht eine Sammelnachricht hinaus, die je Störung die Uhrzeit des Kommens nennt. Die Vormerkung übersteht auch einen Neustart der Steuerung. Vorgabe bei Alarm und Warnung.
  • Verwerfen: Es geht nichts hinaus, die Störung steht nur in der Liste und im Protokoll. Vorgabe beim Hinweis.
Text Titel
Text Alarm
Text Warnung
Text Hinweis
Die festen Wörter der Push-Nachricht und der Mail, Vorgabe „Störmeldung", „Alarm", „Warnung" und „Hinweis". Die Steuerung kennt keine Sprache: Push-Nachricht, Mail und der Ausgang TX werden in der Steuerung erzeugt und gehen genau so hinaus, wie sie hier und in der Liste stehen. Tragen Sie diese Texte deshalb in der Sprache der Anlage ein.

Störmeldungsliste

Der Dialog wird über den Parameter „Störmeldungen" geöffnet. Er bleibt geöffnet und bedienbar, solange daran gearbeitet wird – so lassen sich Adressen aus dem Adressfenster hereinziehen.

Eine Störmeldung anlegen: Ziehen Sie die Fehleradresse eines Gerätes aus dem Adressfenster in die Liste. Für jede gezogene Adresse entsteht eine Zeile; der Kommentar der Adresse wird als Name übernommen. Eine Mehrfachauswahl legt mehrere Zeilen auf einmal an. Adressen, die schon in der Liste stehen, werden nicht noch einmal übernommen; die Statuszeile nennt sie. Name und Raum werden per Doppelklick bearbeitet, Adresse und Kommentar nicht. Ziehen Sie auf eine vorhandene Zeile, ersetzt die Adresse den bisherigen Eintrag. Ein Klick auf eine Adresse springt im Adressfenster an diese Stelle.

Der Knopf „Hinzufügen" legt keine Zeile an, sondern blendet das Adressfenster ein: eine Störmeldung entsteht immer über ihre Adresse.

Mit „Auf" und „Ab" wird die Reihenfolge geändert. Wird eine Zeile verschoben, eingefügt oder umbenannt, beginnen die gespeicherten Zustände beim nächsten Übertragen neu.

Übersetzung: Name und Raum werden im Bedienelement in der eingestellten Sprache angezeigt. Sie erscheinen dazu in der Sprachtabelle des Projektes (Projekt → Sprache), sobald ein Bedienelement mit dem Baustein verknüpft ist.

Spalten der Störmeldungsliste

Adresse
Die Gruppenadresse der Störmeldung. Wie ihr Wert ausgewertet wird, bestimmt die Spalte „Auslösung"; der Datentyp ist dabei gleich, es genügt auch ein Fehlercode. Ohne gültige Adresse bleibt die Zeile unbekannt und wird nicht ausgewertet.
Kommentar
Der Kommentar der Adresse aus dem Adressfenster. Nur Anzeige zur Orientierung, er wird nicht gespeichert.
Name
Bezeichnung der Störung, z.B. „Temperatursensor". Dieser Name erscheint im Bedienelement, im Protokoll, in der Nachricht und am Ausgang TX. Beim Hereinziehen wird der Kommentar der Adresse vorbelegt.
Raum
Raum oder Gewerk, z.B. „Bad" oder „Heizung". Er wird dem Namen vorangestellt.
Klasse
„Alarm", „Warnung" oder „Hinweis". Alle drei zählen zur Sammelstörung; zusätzlich schaltet ein Alarm AL, eine Warnung WA und ein Hinweis HI. Die Klasse entscheidet außerdem über Push und Mail: beides wird je Klasse eingestellt und über den Eingang der Klasse freigegeben. Im Bedienelement ist ein unquittierter Alarm rot, eine unquittierte Warnung orange und ein unquittierter Hinweis blau.
Auslösung
Bestimmt, wann die Adresse eine Störung auslöst.

Nach Zustand – die Störung kommt und geht mit dem Wert:
  • Zustand (ungleich 0 = Störung): Vorgabe, passend für die meisten Fehlerobjekte.
  • Zustand invertiert (0 = Störung): für Geräte, die „in Ordnung" mit 1 melden.
Als Ereignis – die Störung hat kein Gehen. Sie wird protokolliert und gemeldet und steht danach als „gegangen, unquittiert" an, bis sie quittiert wird (bei „Selbstrücksetzend" ist die Zeile sofort wieder OK):
  • Steigende Flanke: Wechsel von 0 auf ungleich 0.
  • Fallende Flanke: Wechsel von ungleich 0 auf 0.
  • Änderung: jeder Wechsel des Wertes.
  • Bei 1: jedes Schreibtelegramm mit einem Wert ungleich 0, auch wenn sich der Wert nicht ändert.
  • Bei 0: jedes Schreibtelegramm mit dem Wert 0.
  • Telegramm: jedes Schreibtelegramm, gleich mit welchem Wert.
Flanken und Änderung werten auch Leseantworten aus, die drei Telegramm-Arten nur Schreibtelegramme. Der Wert beim Start der Steuerung löst kein Ereignis aus.
Verzögerung
So lange muss die Störung ununterbrochen anstehen, bevor sie gemeldet wird. Geht sie vorher, wird nichts gemeldet und nichts protokolliert. Das Gehen wirkt immer sofort. 0 = sofort melden. Wirkt nur bei Auslösung nach Zustand; ein Ereignis wird immer sofort gemeldet.
Selbstrücksetzend
Die Zeile wird wieder OK, sobald die Störung geht, auch ohne Quittieren. Sinnvoll für Meldungen, die nur informieren sollen, solange sie anstehen.

Siehe auch allgemeine Parameter aller Funktionsbausteine.