Übersicht Solar Anlagenschutz



Dieser Funktionsbaustein hält eine Solaranlage im Sommer und im Winter am Leben. Er sitzt zwischen dem Solarbaustein (zum Beispiel Solar Puffer einfach) und der Pumpe und schaltet die Pumpe bei Bedarf gegen die normale Regelung: Anlagenschutz, Frostschutz sowie Kollektor- und Speicherkühlung. Ohne diese Funktionen kocht die Anlage im August und friert im Januar - beides kostet die Solarflüssigkeit.

Der Solarbaustein liefert wie bisher die Pumpenanforderung (am Eingang PE) und, bei einer Pumpe mit Drehzahlregelung, die Drehzahl (Eingang DE). Der Anlagenschutz reicht beides durch, solange kein Schutzfall vorliegt. Die Pumpe wird von den Ausgängen PU und DR dieses Bausteins angesteuert, nicht mehr vom Solarbaustein.

Dieselben Schutzfunktionen sind auch direkt in den Solarbausteinen einstellbar (siehe Solarbausteine: Zusatzfunktionen). Dieser Baustein bleibt für Anlagen, die ihre Solarbausteine nicht ändern wollen.

Rangfolge

Treffen mehrere Fälle zu, gilt der oberste. Die Rangfolge ist der eigentliche Inhalt des Bausteins - wer sie vertauscht, kocht die Anlage.

Rang Fall Pumpe
1 Anlagenschutz. Der Kollektor ist zu heiß, die Solarflüssigkeit würde verdampfen. Höchste Priorität, auch vor dem Frostschutz. AUS
2 Fühlerstörung. Der Kollektorfühler fehlt oder liegt außerhalb des plausiblen Bereichs. AUS
3 Frostschutz. Der Kollektor droht einzufrieren. EIN
4 Kollektorkühlung. Der Kollektor ist sehr heiß, der Speicher aber noch unter seiner Obergrenze. EIN
5 Speicherkühlung. Nachts wird überschüssige Wärme abgeführt. EIN
6 Normale Regelung. PE und DE werden durchgereicht. nach PE

Anlagenschutz. Ab der Schwelle wird die Pumpe abgeschaltet und erst wieder freigegeben, wenn der Kollektor um die Rücksetzdifferenz darunter liegt. Die Schwelle 0 schaltet den Anlagenschutz ab.

Frostschutz. Fällt der Kollektor unter die Schwelle, läuft die Pumpe und holt Wärme aus dem Speicher. Er darf aufgeben: fällt der Speicher unter die Mindest-Speichertemperatur, schaltet der Frostschutz ab - ein Frostschutz, der den Speicher leerzieht, richtet mehr Schaden an als der Frost. Er läuft erst wieder an, wenn der Kollektor über die Schwelle plus Rücksetzdifferenz gestiegen und danach erneut gefallen ist. Er braucht einen verknüpften Speicherfühler.

Kollektorkühlung. Ist der Speicher voll, stoppt der Solarbaustein die Pumpe, und der Kollektor heizt sich weiter auf. Die Kollektorkühlung lässt die Pumpe ab der eingestellten Kollektortemperatur trotzdem laufen, damit der Anlagenschutz nicht anspricht. Sie läuft nie über die Obergrenze Speicher hinaus: ohne diese absolute Grenze kocht der Speicher, und im Warmwasserspeicher wird es lebensgefährlich. Die Funktion ist ab Werk aus und braucht einen verknüpften Speicherfühler.

Speicherkühlung. Im eingestellten Zeitfenster - es darf über Mitternacht gehen, gleiche Stunden bedeuten den ganzen Tag - wird überschüssige Speicherwärme über den Kollektor abgeführt. Gekühlt wird ab der Speichertemperatur Speicherkühlung ab Speicher bis zur Zieltemperatur, und nur solange der Kollektor um die Mindestdifferenz kälter ist als der Speicher. Solange die Uhr der Steuerung nicht gestellt ist, wird nicht gekühlt. Die Funktion ist ab Werk aus und braucht einen verknüpften Speicherfühler.

Freigabe und Sperre betreffen nur die normale Regelung und die Speicherkühlung. Frostschutz, Kollektorkühlung und Anlagenschutz bleiben - sie schützen die Anlage.

Drehzahl. Die durchgereichte Vorgabe wird auf die Mindestdrehzahl angehoben, denn unter etwa 30 % fördert keine Pumpe zuverlässig. Die Schutzfunktionen laufen mit der Drehzahl bei Schutzfunktionen. Ohne verknüpftes DE läuft die Pumpe bei Anforderung mit 100 %.

Beispiel

Solaranlage mit 16 m² Kollektor und 1000-Liter-Puffer. Der Baustein Solar Puffer einfach bekommt Kollektor- und Pufferfühler und meldet am Ausgang PD die Pumpe. Dieser Ausgang geht auf PE des Anlagenschutzes, die Fühler gehen zusätzlich auf KT und ST, und PU schaltet die Pumpe. Kollektorkühlung ein ab 120 °C mit Obergrenze 90 °C, Anlagenschutz bei 140 °C. Ergebnis: ist der Puffer voll, kühlt die Pumpe den Kollektor weiter, bis der Puffer 90 °C erreicht; wird der Kollektor trotzdem zu heiß, steht die Pumpe still, bis er wieder 130 °C erreicht.

Eingänge

KT Kollektortemperatur Pflichteingang. Nicht verknüpft oder außerhalb des plausiblen Bereichs: Störung, Pumpe aus.
ST Speichertemperatur Optional. Grenze für Frostschutz, Kollektorkühlung und Speicherkühlung. Nicht verknüpft oder außerhalb des plausiblen Bereichs: diese drei Funktionen sind aus, Anlagenschutz und normale Regelung arbeiten weiter.
PE Pumpenanforderung Solarbaustein Ungleich 0 fordert die Pumpe an. Wird in der normalen Regelung durchgereicht. Nicht verknüpft: die Pumpe läuft in der normalen Regelung nie.
DE Drehzahlvorgabe Solarbaustein in % Optional. Wird bei angeforderter Pumpe durchgereicht, mindestens mit der Mindestdrehzahl. Nicht verknüpft: 100 %.
FR Freigabe Optional. 0 sperrt die normale Regelung und die Speicherkühlung, ungleich 0 gibt frei. Nicht verknüpft: freigegeben.
SP Sperren Optional. Ungleich 0 sperrt die normale Regelung und die Speicherkühlung, 0 gibt frei. Nicht verknüpft: nie gesperrt.

Ausgänge

PU Pumpe Ein/Aus. Das Ergebnis aus Rangfolge und normaler Regelung.
DR Drehzahl in % Drehzahl für eine Pumpe mit Analogansteuerung. 0, solange die Pumpe aus ist.
KK Kollektorkühlung aktiv 1 während der Kollektorkühlung.
SK Speicherkühlung aktiv 1 während der Speicherkühlung.
AS Anlagenschutz aktiv 1, solange die Pumpe wegen zu hohem Kollektor zwangsweise aus ist.
FS Frostschutz aktiv 1 während des Frostschutzes.
SM Statustext Zustand im Klartext, zum Beispiel "Normalbetrieb", "Kollektorkuehlung 128 C", "Anlagenschutz 142 C, Pumpe aus", "Frostschutz 1.0 C". Für eine Textadresse.
SR Störung 1 bei fehlendem oder unplausiblem Kollektorfühler.

Parameter

Anlagenschutz ab Kollektor, Rücksetzdifferenz Vorgabe 140 ° und 10 K. Schwelle 0 = aus.
Frostschutz, ab Kollektor, Rücksetzdifferenz, Mindest-Speichertemperatur Vorgabe ein, 2 °, 2 K und 15 °.
Kollektorkühlung, ab Kollektor, Rücksetzdifferenz, Obergrenze Speicher Vorgabe aus, 120 °, 5 K und 95 °.
Speicherkühlung, von/bis, ab Speicher, Zieltemperatur, Mindestdifferenz Vorgabe aus, 22 bis 6 Uhr, 70 °, 60 ° und 5 K.
Kollektorfühler Minimum/Maximum Plausibler Bereich. Vorgabe -40 ° bis 200 °.
Mindestdrehzahl, Drehzahl bei Schutzfunktionen Vorgabe 30 % und 100 %.

Siehe auch allgemeine Parameter aller Funktionsbausteine.