Übersicht Wärmemengenzähler



Dieser Funktionsbaustein rechnet aus Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur und Durchfluss die momentane Wärmeleistung und zählt die Wärmemenge je Tag, Monat, Jahr und gesamt. Er beantwortet die Fragen, die jeder Anlagenbetreiber stellt: "Wie viel hat die Solaranlage gebracht?" und "Wie viel Wärme liefert die Wärmepumpe?".

Rechnung. Die Leistung ist Durchfluss mal Dichte mal Wärmekapazität mal Temperaturdifferenz. Dichte und Wärmekapazität des Wassers hängen von der Temperatur ab und werden aus einer Tabelle über die mittlere Temperatur von Vor- und Rücklauf interpoliert. Das macht den Unterschied zwischen "ungefähr" und "brauchbar", besonders bei einer Solaranlage mit 80 °C Rücklauf. Beispiel: 45 °C Vorlauf, 38 °C Rücklauf und 1200 l/h ergeben rund 9,7 kW. Die Menge wird über die tatsächlich vergangene Zeit aufsummiert, nicht über eine angenommene Zykluszeit.

Durchfluss. Der Durchfluss kommt entweder als Wert in l/h am Eingang DF oder als Impulse eines Durchflussgebers am Eingang IM. Bei Impulsen wird der Durchfluss über das Impulsfenster gerechnet: Impulse mal Liter je Impuls, hochgerechnet auf eine Stunde. Das Ergebnis wird nach Ablauf jedes Fensters erneuert. Liegt IM auf einer Adresse, zählt jedes Telegramm mit einem Wert ungleich 0 als ein Impuls - auch ein zweites mit demselben Wert. Bei einer gezeichneten Verbindung zählt der Wechsel von 0 auf ungleich 0.

Medium. Wasser oder ein Wasser-Glykol-Gemisch. Der Glykolanteil wird als Näherung aus den Wasserwerten gerechnet. Für genaue Werte lassen sich Dichte und Wärmekapazität von Hand vorgeben.

Schutz vor Phantomleistung. Zwei Fühler mit geringer Abweichung erzeugen bei hohem Durchfluss sonst stundenlang eine Leistung, die es nicht gibt. Unterhalb der Mindest-Temperaturdifferenz wird deshalb nicht gezählt. Ein Fühlerbruch (ein Fühler zeigt 0 °C) ergäbe dagegen eine riesige Differenz: die Leistung wird auf die maximal plausible Leistung begrenzt, und der Statustext nennt den Grund - stilles Begrenzen würde den Defekt verstecken.

Heizen und Kühlen. Mit der Richtung "Heizen und Kühlen getrennt" zählt eine negative Differenz als Kühlmenge am Ausgang EK. Die Vorgabe ist "nur Heizen": eine negative Differenz wird nicht gezählt.

Zählerstände. Tag, gestern, Monat, Jahr und gesamt bleiben über einen Neustart der Steuerung erhalten. Gespeichert wird einmal pro Stunde und beim geordneten Beenden; bei einem Stromausfall geht höchstens die letzte angefangene Stunde verloren. Der Monats- und der Jahreszähler wechseln am eingestellten Stichtag, nicht zwingend am Monats- bzw. Jahresanfang. Solange die Uhr der Steuerung nicht gestellt ist, wird nichts zurückgesetzt.

Genauigkeit. Dieser Baustein ist ein Rechenzähler, kein geeichtes Gerät. Für Abrechnungen ist ein geeichter Wärmemengenzähler nötig, der über M-BUS oder Modbus eingelesen wird. Die Ausgänge sind Fließkommazahlen (EIS 17) mit etwa sieben gültigen Stellen: ein Gesamtzähler mit sechs Stellen vor dem Komma verliert die Nachkommastellen.

Die Anzeige in der Visualisierung läuft über Adressen: LE, ET, EM und EJ als Wertanzeigen, ST als Textanzeige. Für den Verlauf werden LE und ET auf Adressen gelegt und über die Aufzeichnung mitgeschrieben - der Wärmeertrag steht dann im selben Diagramm wie die Stromwerte.

Eingänge

VL Vorlauftemperatur Pflichteingang. Nicht verknüpft oder außerhalb von -50 bis 200 °C: der Baustein meldet eine Störung und rechnet keine Leistung.
RL Rücklauftemperatur Pflichteingang. Nicht verknüpft oder außerhalb von -50 bis 200 °C: der Baustein meldet eine Störung und rechnet keine Leistung.
DF Durchfluss in l/h Gilt, wenn der Durchfluss aus "Wert" kommt. Ein Wert kleiner 0 gilt als 0. Nicht verknüpft: kein Durchfluss, es wird nicht gezählt.
IM Impuls Durchflussgeber Gilt, wenn der Durchfluss aus "Impulse" kommt. Jeder Impuls zählt, siehe oben. Nicht verknüpft: kein Durchfluss, es wird nicht gezählt.
FR Freigabe Optional. 0 sperrt den Baustein: keine Leistung, die Zähler stehen. Ungleich 0 gibt frei. Nicht verknüpft: der Baustein gilt als freigegeben.
RS Zähler zurücksetzen Optional. Ausgewertet wird der Wechsel von 0 auf ungleich 0: heute, gestern, Monat, Jahr, gesamt und die Kühlmenge gehen auf 0. Nicht verknüpft: es wird nie zurückgesetzt.

Ausgänge

LE Leistung in kW Momentane Leistung. Im Kühlbetrieb negativ. 0 ohne Durchfluss, bei zu geringer Differenz und bei einer Störung.
DT Temperaturdifferenz Vorlauf minus Rücklauf in K.
ET Menge heute in kWh Beginnt um Mitternacht bei 0.
EG Menge gestern in kWh Der Wert von ET zum Tageswechsel. Stand die Steuerung länger als einen Tag still, 0.
EM Menge Monat in kWh Beginnt am Stichtag des Monats bei 0.
EJ Menge Jahr in kWh Beginnt am Stichtag des Jahres bei 0.
EA Menge gesamt in kWh Läuft durch, bis RS zurücksetzt.
DG Durchfluss gerechnet in l/h Der verwendete Durchfluss, bei Impulsen aus dem letzten Impulsfenster.
ST Statustext Zustand im Klartext, zum Beispiel "Waermeleistung 9.7 kW (DT 7.0 K, 1200 l/h)", "Kein Durchfluss", "Differenz 0.3 K unter Minimum, keine Zaehlung", "Unplausible Leistung begrenzt auf 100.0 kW, Fuehler pruefen". Für eine Textadresse.
EK Kühlmenge gesamt in kWh Nur mit der Richtung "Heizen und Kühlen getrennt". Sonst 0.

Parameter

Durchfluss aus, Liter je Impuls, Impulsfenster Vorgabe Wert, 1 l und 30 s. Ein längeres Fenster macht die Anzeige ruhiger, aber träger.
Medium, Glykolanteil Vorgabe Wasser, Glykolanteil 30 %.
Werte von Hand vorgeben, Dichte, Wärmekapazität Vorgabe aus. Dichte in kg/l (Vorgabe 0,988), Wärmekapazität in kJ/(kg*K) (Vorgabe 4,181).
Mindest-Temperaturdifferenz Vorgabe 0,5 K.
Maximal plausible Leistung Vorgabe 100 kW. 0 = keine Begrenzung.
Richtung Vorgabe nur Heizen.
Monatswechsel am, Jahreswechsel im Monat und am Tag Stichtage für Monats- und Jahreszähler. Vorgabe jeweils der 1.: also der Kalendermonat und das Kalenderjahr.

Siehe auch allgemeine Parameter aller Funktionsbausteine.